Duktile Gussrohre in zugfester Ausführung im Gasteinertal

Bei dem neuen Kleinwasserkraftwerk im Salzburger Dorfgast handelt es sich um ein modernes Hochdruckkraftwerk, dass die Energie des Luggauerbaches nutzt. Das Kraftwerk wurde unter Einhaltung höchster ökologischer Standards und in naturverträglicher Bauweise errichtet. Steile Berghänge, geologische Tücken und die geringe Trassenbreite waren Herausforderungen, mit denen die Baufirma beim Einbau der Druckrohrleitung konfrontiert wurde. Um den Kraftabstieg sicher und in langlebiger Bauweise zu realisieren, setzen die Betreiber auf die Qualität von duktilen Gussrohren aus dem Hause TRM.

 

Kraftwerk Luggauerbach im Gasteinertal

Eine natürliche Gefällstufe von 270 Höhenmetern bildet die topographische Grundvoraussetzung für das neue Kraftwerk Luggauerbach im schönen Gasteinertal. Um das Wasser des Gebirgsbachs sicher und effektiv zur Turbine zu führen, wurde eine 1.630 m lange Druckrohrleitung verbaut. Die Bewältigung des Kraftabstiegs zählte dabei mit Sicherheit zu den größten Herausforderungen des Bauvorhabens. Der Verlauf der Triebwasserleitung ist relativ steil, das ist zwar gut aus wirtschaftlicher Sicht, ist baulich allerdings immer auch mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Der Rutschhang oberhalb des Steilstückes wurde daher mit Querriegeln gesichert, um Hangzügigkeiten in der Falllinie zu vermeiden. Dabei ist es der erfahrenen Baufirma gelungen, ohne Schreitbagger und Materialseilbahn, Rohrstöße und sämtliches Material in den Steilhang zu bringen und dort zu verarbeiten.

Duktile Gussrohre sind extremen Belastungen gewachsen

In Hinblick auf die Geländesteilheit, die erschwerte Zugänglichkeit und die geologische Instabilität spielte die Wahl des richtigen Rohrmaterials eine entscheidende Rolle. Für die erfahrenen Wasserkraftbetreiber der ÖBf stand außer Zweifel, dass das duktile Gussrohrsystem der Tiroler TRM das notwendige Maß an Sicherheit bietet. Diese Gussrohre waren die beste und wirtschaftlichste Variante. Funktionalität und hohe Langlebigkeit sind die Pluspunkte der Gussrohre aus Hall in Tirol.

Der Betreiber war bemüht, aufwändige Schweißarbeiten und Schweißnahtprüfungen in diesem schwierigem Gelände zu vermeiden, ein weiteres gewichtiges Argument für diese duktilen Gussrohre. Für die 1.630 m lange Druckrohrleitung oberhalb von Dorfgastein kamen Rohrsysteme DN 500 mit VRS®-T-Steckmuffen-Verbindung zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine form- und längskraftschlüssige Muffen-Verbindung, die auch Belastungen von extrem hohen Kräften widersteht. Je nach Nennweite können damit Betriebsdrücke von über 100 bar oder zulässige Zugkräfte bis zu 200 kN aufgefangen werden. Durch diese formschlüssige Verbindung von Gussrohren konnte der Betreiber sich die Errichtung von betonierten Fixpunkten ersparen.

 

Schmale Trasse der Druckrohre

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Planung der Druckrohrtrasse ergab sich aus den Auflagen des Naturschutzes. Um den Eingriff in die Naturlandschaft des Gasteinertals gering zu halten, wurde die Trassenbreite mit 6 m vorgegeben. In den steilen Abschnitten war es für die Baufirma nicht einfach, diese strengen Vorgaben einzuhalten. Die Gussrohre wurden in der bewährten Auf-Zu-Methode eingebaut. Das bedeutet, dass immer nur ein Rohr eingebaut wird und der Leitungsgraben unmittelbar nach dem Anschluss wieder geschlossen wird. Das ermöglicht nicht nur einen raschen Baufortschritt, sondern stellt sicher, dass die Arbeiten weitgehend von Witterungseinflüssen unabhängig sind. Rund 5 bis 6 Gussrohre mit einer Stücklänge von 6 m konnten auf diese Weise pro Tag verbaut werden.

 

Gutes Projektmanagement und Glück mit dem Wetter

Die trockene Witterung im Sommer hat die kurze Bauzeit von nur acht Monaten ebenso ermöglicht  wie das gute Projektmanagement und die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmen. Grundsätzlich wurde die Leitung so geplant, dass alles im Gefälle verläuft, man also ohne Hoch- und Tiefpunkte ausgekommen ist. Dies trifft auch auf die Bachquerung zu, die in erheblicher Tiefe mittels Unterdükerung hergestellt wurde. Besonderes Augenmerk wurde bei den Arbeiten von der Baufirma darauf gelegt, dass keine Steine in die Rohrleitung gelangen. Außerdem wurde vor der Druckprüfung die gesamte Gussrohrleitung mit einer Kamera abgefahren, um etwaiges Geschiebe zu detektieren und zu entfernen. Um das Tirolerwehr sicher zu errichten, wurde vorab ein Steinschlagschutz mit Netz angelegt. Immer wieder hatten sich in dem geologisch instabilen Gebirgseinschnitt Steine gelöst. Ohne Steinschlagnetz wären diese eine echte Bedrohung für die Arbeiter gewesen.

 

Wasserkraftwerk  liefert Strom für tausend Haushalte

An dem Tirolerwehr werden bis zu 500 l/s für die Stromproduktion im Wasserkraftwerk entnommen und der Druckrohrleitung zugeführt werden. Das Triebwasser trifft infolge der Fallhöhe von 270 Metern mit 27 Bar auf eine 4-düsige Peltonturbine und der Wirkungsgrad der Wasserkraftanlage liegt bei über 90 Prozent. Das neue Kraftwerk Luggauerbach wird ca. 4 GWh ökologischen Strom erzeugen können. Damit werden 1.000 Gasteiner Haushalte mit Elektroenergie versorgt und es werden jährlich fast 3.400 t CO2-Emissionen eingespart.

 

Autor: Roland Gruber

 

Weitere Informationen können Sie auf der Seite Österreichische Bundesforste AG. 

Der Beitrag wurde von der Redaktion leicht gekürzt. Den kompletten Beitag mit diversen Abbildungen finden Sie als PDF im Downloadbereich unter Downloads Jahreshefte EADIPS FGR.