Rohre, Formstücke und Armaturen aus duktilem Gusseisen für nachhaltige Anwendungen bei Trinkwasserleitungen und Abwasserkanälen

Hervorragende mechanische Eigenschaften, ein witterungsunabhängiger Einbau sowie Nutzungsdauern von über 100 Jahren machen den Einsatz von hochwertigen Rohren, Formstücken und Armaturen aus duktilem Gusseisen seit Jahrzehnten attraktiv für Betreiber von Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen. Aufgrund der hohen Belastbarkeit des Werkstoffs duktiles Gusseisen setzen aber auch Betreiber von Rohrnetzen für Beschneiungs- und Kleinwasserkraftanlagen Bauteile aus diesem vielseitigen Material ein. Als nicht-brennbare Löschwasserleitungen werden Rohrsysteme aus duktilem Gusseisen in Verkehrstunneln oder auf Flughäfen verwendet.

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EADIPS FGR DATA+FACTS Graben-Verbausysteme
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EADIPS FGR DATA + FACTS Folder Wurzelfestigkeit
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Nachhaltigkeit duktiler Guss-Rohrsysteme

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Gussrohre-Systeme für Wasser- und Abwasserleitungen

Die ersten Guss Rohre wurden bereits vor ca. 600 Jahren als Wasserleitungen in Augsburg (1412) oder im Dillenburger Schloss (1455) verwendet. Heute werden duktile Gussrohre grundsätzlich im Schleuderguss-Verfahren (De-Lavaud-Verfahren) sowie Formstücke und Armaturen aus duktilem Gusseisen im Sandguss-Verfahren hergestellt. Hauptanwendungsgebiete von Rohren, Formstücken und Armaturen sind die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung. Alle Produkte werden mit Umhüllungen von außen und Auskleidungen von innen dauerhaft gegen mechanische Einwirkungen und Korrosion geschützt. Wegen ihrer frei wählbaren Wanddicke und der hoch belastbaren, fremdwasserdichten und wurzelfesten Rohrverbindung werden duktile Gussrohre sowohl in drucklos betriebenen Netzen (Abwasserkanäle) als auch bei Hochdruckanwendungen (z. B. Druckleitungen in Wasserkraftwerken) eingesetzt. Bei schwierigen Gelände- oder/und Bodenverhältnissen, geringen Einbautiefen (flach überdeckte Rohre) und bei hohen Verkehrslasten haben duktile Guss-Rohrsysteme häufig ein Alleinstellungsmerkmal.

 

Gussrohre sind vielfältig einsetzbar

Formstücke und Armaturen aus duktilem Gusseisen können bei jeder Witterung verlegt werden. Regen, Schnee oder Frost sind für das gesteckte oder geflanschte unempfindliche Rohr-System kein Problem . Über Jahre weiterentwickelte Komponenten machen aus einer normalen Steckmuffen-Verbindung eine reibschlüssigen Verbindung, die auch Zugkräfte aufnehmen kann. Mit speziell ausgeformten Muffenbereichen der genormten Rohre, Formstücke und Armaturen können auf der Baustelle mit wenigen Handgriffen und ohne aufwendige sowie witterungsabhängige Schweißvorgängen Druckrohrleitungen für unterschiedliche Medien gebaut werden. Selbst Brückenleitungen, Freileitungen, aufgeständerte Leitungen sowie der Einbau von duktilen Guss Rohrleitungen in Steilhängen sind kein Problem.

 

Laut DVGW Schadensstatistik sind duktile Gussrohre sehr sicher

Rohre aus duktilem Gusseisen sind besonders gut für den Transport und die Verteilung von Trinkwasser geeignet. Wasser als wichtigstes Lebensmittel unseres Planeten immer zuverlässig ans Ziel zu bringen, ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zivilisation. Vor allem muss dabei jedoch auf eine hohe Sicherheit des Rohrsystems geachtet werden. Laut der DVGW Schadensstatistik sind duktile Gussrohre die sichersten Rohre, die in Trinkwassernetzen verbaut werden. Da die Rohrsysteme diffusionsdicht sind, können keine Schadstoffe von außen in das Trinkwasser gelangen. Dieselben Eigenschaften sorgen natürlich ebenfalls dafür, dass Abwasserkanäle aus duktilem Gusseisen als besonders sicher gelten, da kein Abwasser austreten kann. Trinkwasserleitungen aus duktilem Gusseisen können also problemlos parallel zu Abwasserkanälen oder sogar in verunreinigten oder kontaminierten Gebieten eingesetzt werden.

Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft mit duktilem Gusseisen

Für duktile Gussrohre gilt der Satz: Ich war ein duktiles Gussrohr und ich möchte auch wieder ein duktiles Gussrohr werden! Kaum ein anderes Rohrsystem kann dies von sich behaupten, denn duktile Guss-Rohrsysteme werden aus Abfall hergestellt! Stahlschrott, Gussbruch, verrosteten Stahlträger oder auch nach Jahrhunderten ausgegrabene Grauguss Rohre werden eingeschmolzen um daraus dann hochwertige Rohre, Formstücke oder Armaturen herzustellen. Dahinter steckt ein bei den Anwendern und bei der Gussrohr-Industrie verankertes Denken in Stoffströmen aus einer Lebenszyklus-Perspektive heraus, das die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung an berücksichtigt. Die Betreiber von Leitungen und Netzen mit Rohren, Formstücken und Armaturen aus duktilem Gusseisen leisten bereits heute einen erheblichen Beitrag zur Schonung der natürlichen Ressourcen und verringern darüber hinaus die Importabhängigkeiten der europäischen Wirtschaft.

 

Vom Rohr-Boden- zum Boden-Rohr-System

Duktile Guss-Rohrsysteme werden in vielen Fällen als Problemlöser bei widrigen Randbedingungen eingesetzt. Gründe dafür sind die hohe Biegefestigkeit in Längsrichtung, die gute Biegesteifigkeit, variable Steckmuffen-Verbindungen sowie anwenderorientierte äußeren Umhüllungen, die in vielen Fällen die Wiederverwendung des anstehenden Bodens ermöglichen. So stellt beispielweise gebrochenes Material im Leitungsgraben bis zu einer Größe von 100 mm kein Problem für duktile Guss Rohre dar, die z. B. mit einer Schicht aus Zementmörtel gegen mechanische Einwirkungen von außen umhüllt werden. Netzbetreibern wird so ein schonender Umgang mit der Ressource Boden ermöglicht. Dieses Boden-Rohr-System unterscheidet sich vom üblicherweise betrachteten Rohr-Boden-System, bei dem die Böden so ausgewählt oder auch modifiziert werden müssen, dass sie eine optimale und schadensfreie Bettung der Abwasserkanäle und Trinkwasserleitungen sicherstellen.

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Christoph Bennerscheidt

Geschäftsfüher der EADIPS FGR

Jahresheft 52
GUSS-ROHRSYSTEME
– 2018 –

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