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Acht gute Gründe für duktile Guss-Rohrsysteme

Sicher – nachhaltig – zukunftssicher

In Europa produzierte Produkte bedeuten nicht nur Liefersicherheit in Pandemien, Krisensituationen und Kriegen. Dahinter stecken eine regionale Produktion, kurze Wege und Partner mit Weitblick, die dafür sorgen, dass das beste Wasser der Netzbetreiber mit höchster Sicherheit zu den Verbrauchern transportiert wird. In besonderer Weise gilt das für Rohre, Formstücke und Armaturen aus duktilem Gusseisen, die in Europa nicht alleine aus Primärrohstoffen, sondern vor allem aus Sekundärrohstoffen – aus Schrott – gefertigt werden. Die Mitglieder der EADIPS®/FGR® e.  V. haben sich bereits Anfang 2020 auf den Weg gemacht, diese und weitere Vorteile greifbar zu machen. In der Initiative „Der beste Grund – ein guter Grund“ für Wasser- und Bodenschutz (www.guter-grund.org), bzw. „The best ground – a solid reason“ (www.solid-reason.org) sind die wirtschaftlichen, sozialen und technischen Vorteile von Rohren, Formstücken und Armaturen aus duktilem Gusseisen, gefertigt in Europa, vor dem Hintergrund der vor uns stehenden, vielfältigen Herausforderungen in acht Punkten kurz und knapp dargestellt.

Acht gute Gründe für Boden- und Waserschutz

Der beste Grund – ein guter Grund für Wasser- und Bodenschutz: Acht gute Gründe, die für den Einsatz von duktilen Guss-Rohrsystemen sprechen.

Der European Green Deal

Die Herausforderungen, vor denen wir alle stehen, werden sehr gut in der Einleitung zum European Green Deal [1] zusammengefasst. Hier heißt es:

„Klimawandel und Umweltzerstörung sind existenzielle Bedrohungen für Europa und die Welt. Mit dem Europäischen Grünen Deal wollen wir daher den Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft schaffen, die

  • bis 2050 keine Netto-Treibhausgase mehr ausstößt
  • ihr Wachstum von der Ressourcennutzung abkoppelt
  • niemanden, weder Mensch noch Region, im Stich lässt.“

Am 14. Juli 2021 hat die EU-Kommission Vorschläge präsentiert, um diese Ziele zu verwirklichen und den European Green Deal Realität werden zu lassen.

Schwerpunkt des European Green Deals

Schwerpunkt des European Green Deals [1] ist die „Mobilisierung der Industrie für eine saubere und kreislauforientierte Wirtschaft“.

Acht Gründe, acht Themen

Unser Boden ist mehr als der Grund, auf dem wir stehen, uns bewegen und leben. In ihm steckt so viel mehr: Nährstoffe, Wasser, Luft und die gesamte Infrastruktur, auf die unser Leben aufbaut. Ob Trinkwasserleitungen, Abwasserkanäle oder Stromkabel: Ohne diese wichtigen Ver- und Entsorgungsnetze würde unser Leben nicht so aussehen wie jetzt und so komfortabel sein wie es ist. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, dass beim Bau von Wasserver- und Abwasserentsorgungssystemen langlebige Rohstoffe sowie sichere Materialien in Verbindung mit nachhaltigen Konzepten eingesetzt werden. Wir arbeiten mit Rohren, Formstücken und Armaturen aus duktilem Gusseisen – denn nur auf einem guten Grund lässt sich die Zukunft schon heute bauen.

Das beste Wasser
Für uns ist es zwar normal, dass sauberes Trinkwasser aus der Leitung kommt – aber selbstverständlich ist das nicht. Dahinter steckt viel Sorgfalt und vor allem ein gutes Versorgungsnetz, das vielen Belastungen ausgesetzt ist. Das sind z. B.: Bodenbewegungen durch Verkehr, Baumaßnahmen und kleinere Erdbeben, Verunreinigungen von Boden und Grundwasser sowie Temperaturschwankungen. Allen diesen Belastungen müssen Versorgungsnetze standhalten und dabei unser Trinkwasser als Lebensmittel Nr. 1 schützen! Die beste ‘Verpackung’ ist dafür gerade gut genug. In den sicheren und robusten duktilen Guss-Rohrsystemen bleibt das gute Trinkwasser neutral und frisch; außerdem sind sie diffusionsdicht und sorgen so dafür, dass das Trinkwasser auch keinen Geschmack aus belasteten Böden annimmt.

Das beste Wasser

Guss-Rohrsysteme garantieren frisches Trinkwasser von der Quelle bis nach Hause.

Höchste Sicherheit
Rohrsysteme aus duktilem Gusseisen sind mehr als nur Bauteile für unsere Trinkwasser- und Abwassernetze, für Beschneiungsanlagen oder Kraftwerksleitungen. Sie garantieren hohe Sicherheit in allen Bereichen. Auf der einen Seite sind sie langlebig und robust und damit optimale Produkte für sichere Leitungssysteme. Auf der anderen Seite bietet eine europäische Produktion auch soziale und wirtschaftliche Sicherheit.

Höchste Sicherheit

Das Leitungssystem ist nur so sicher wie seine Einzelbauteile: Formstücke, Armaturen und Rohre – alle aus duktilem Gusseisen.

Leitungsnetze sollen 100 Jahre und mehr eine stabile Ver- und Entsorgung sicherstellen. In dieser langen Zeit sind Netze Veränderungen ausgesetzt. Die Belastungen der Rohrsysteme im Boden können sich durch Baumaßnahmen oder durch erhöhtes Verkehrsaufkommen ändern. Ein Bodenabtrag durch Starkregen kann Leitungssysteme freilegen. Erdbewegungen durch Bergbau, Erdbeben oder Hangrutschungen können die Belastungen massiv verändern. Gut, wenn das Rohrsystem auch bei diesen Veränderungen stabil funktioniert und die Werkstoffeigenschaften erhalten bleiben. Unter duktilen Guss-Rohrsystemen versteht man mehr als nur Rohre für unser Trink- und Abwasser. Das Zusammenspiel von Rohr, Formstück und Armatur stellt ein genauso bedeutendes Element dar. Ein System ist nur so sicher, wie seine Einzelbauteile, die vor- und nachgeschaltet sind. Der Einsatz qualitativ hochwertiger Materialien in Armaturen spielt dabei eine immense Rolle. Sicherheitsarmaturen, wie doppelexzentrische Absperrklappen, Ringkolbenventile oder Kugelhähne mit entsprechenden Antrieben (z. B. Fallgewichtsantrieb), sorgen dafür, dass Druckstöße ausgeglichen werden und somit die Anlage zusätzlich gesichert bleibt. Es geht um ein Miteinander aller Bauteile. Denn nur mit einem verlässlichen, nachhaltigen und robusten Rohrsystem (Rohr, Formstück und Armatur) lässt sich eine gute Zukunft bauen.

Kreislauf der Ressourcen
Mit den begrenzten Ressourcen unserer Umwelt gilt es, verantwortungsvoll und nachhaltig umzugehen. Wer daraus Produkte erzeugt, muss darauf achten, dass sie möglichst lange genutzt werden können und die Werkstoffe am Ende ihres “Lebens” nicht nur recycelbar, sondern auch kreislauffähig sind. Genau deshalb setzen wir duktiles Gusseisen ein.

Rohrsysteme aus duktilem Gusseisen können mehr als 100 Jahre lang problemlos ihren Dienst leisten und haben den Vorteil, dass sie beliebig oft wiederverwertet werden können und damit intensiv zum Schutz der Umwelt und zur Schonung der Ressourcen beitragen. Es gilt das Motto: es war ein Rohr, ein Formstück oder eine Armatur aus duktilem Gusseisen und es wird auch wieder ein Rohr, ein Formstück oder eine Armatur aus duktilem Gusseisen werden.

Kreislauf der Ressourcen

Rohrsysteme aus duktilem Gusseisen tragen intensiv zum Schutz der Umwelt und zur Schonung der Ressourcen bei.

Rohre, Formstücke und Armaturen bestehen nicht aus begrenzt verfügbaren fossilen Rohstoffen, sondern aus Stahlschrott und Gussbruch, der aus vorwiegend regionalen Stoffkreisläufen bezogen wird. CO2-Emissionen werden bereits bei der Produktion kontinuierlich reduziert und „Abfallprodukte“ dem Produktkreislauf wieder zugeführt.

#reduceplastic
Plastik ist allgegenwärtig und kaum aus unserem Alltag wegzudenken. Wir lernen aber immer mehr darüber, welch wachsendes Risiko Plastik für uns und unsere Umwelt darstellt. Wir empfehlen für unseren guten Grund Rohrsysteme aus duktilem Gusseisen.

Bereits ca. 40 % der Versorgungsleitungen für Trinkwasser in Deutschland bestehen aus unterschiedlichen Kunststoffarten [2]. Diese Trinkwasserrohre sind recycelbar – man kann daraus andere Rohre sowie weitere Produkte, wie z.  B. Parkbänke und Folien, herstellen. Der Einsatz von recycelten Kunststoffen in Trinkwasserrohren hat jedoch seine Grenzen: Die Verwendung von recycelten Kunststoffen beschränkt sich ausschließlich auf die Verwendung von Umlaufmaterial (Reste und Verschnitte), das bei dem Hersteller selbst anfällt, nicht kontaminiert und noch nicht in den Verkehr gebracht wurde [3]. Gusseisen hingegen ist zu 100  % auf gleicher Qualitätsstufe ohne jeglichen Wertverlust recycelbar. Damit kann nicht nur die Recyclingwirtschaft, sondern auch die Kreislaufwirtschaft gelebt werden – auch im Trinkwasserbereich!

Lokal gewonnenes und über das städtische Trinkwassernetz angebotenes Leitungswasser schont die Umwelt. Mineral- und Tafelwasser hingegen werden in Flaschen abgefüllt und auf der Straße transportiert, wodurch tausend Mal mehr Energie benötigt wird, als bei der Bereitstellung von Leitungswasser direkt aus dem Trinkwassernetz. Der Einsatz von Trinkbrunnen aus duktilem Gusseisen, wie beispielsweise in Berlin, versorgt Durstige schnell, unkompliziert und kostenlos mit frischem, kühlem Trinkwasser und unterstützt nachhaltig den umweltfreundlichen Konsum von Trinkwasser. Die Trinkbrunnen können als „Refill-Stationen“ genutzt werden und sagen den Müllbergen aus Plastikflaschen damit den Kampf an.

#reduceplastic

Plastik stellt ein ständig wachsendes Risiko für uns und unsere Umwelt dar. Die Aspekte auch dieser Umweltverschmutzung müssen die Unternehmen demnächst in ihre Geschäfts- und Nachhaltigkeitsstrategien integrieren.

Coolere Städte
Nirgendwo anders sind die Klimaerwärmung und die damit ansteigenden Temperaturen so deutlich zu spüren wie in unseren Städten. In den Sommermonaten kühlen sich die mit Asphalt und Beton versiegelten Böden nicht ab, bei Starkregen können sie kein Wasser aufnehmen. Die Folgen sind Hitzeinseln im Sommer, Überflutungen und voll gelaufene Keller bei Regen. So wird das Leben in den Städten nicht nur schwieriger, sondern auch ungesünder.

Die Lösung sind sogenannte Schwammstädte, die dem Regenwasser und den Bäumen Raum im Boden lassen: Raum zum Atmen, zum Wachsen und zum Wasser speichern. So können Grünflächen und Bäume auch in längeren Trocken- bzw. Hitzeperioden die Städte kühlen und bewohnbarer machen. Für diese Schwammstädte braucht es Platz im Untergrund. In Leitungsgräben mit robusten und wurzelfesten Rohrsystemen kann dieser Platz in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden. Duktile Gussrohre mit ihren beweglichen Verbindungen und mit einer Umhüllung aus Zementmörtel sind robust und wurzelfest und somit ein wichtiger Schlüssel für coolere Städte.

Die weitergehende Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips im Straßenraum verfolgt das F+E-Projekt „BoRSiS – Boden-Rohr-System als innovatives Element der klimaangepassten Stadtentwässerung“, das am 1. Oktober 2021 unter Beteiligung der EADIPS®/FGR® an den Start ging [4]. Das Ziel von BoRSiS ist, im Leitungsgraben von Rohren unter den Gehwegen oder Straßen (bei Starkregen) Wasser zu speichern und zeitverzögert (bei Trockenzeiten) zur Bewässerung von Stadtbäumen abzugeben. Durch die Nutzung des Leitungsgrabens steht ein erweiterter Speicher für Niederschlagswasser und für den Wurzelraum zur Verfügung, ohne dass ein zusätzlicher Platzbedarf auf der Oberfläche (gegenüber Versickerungsmulden) erforderlich ist.

Coolere Städte

Schatten spendende Bäume spielen beim Schwammstadt-Prinzip eine ganz wichtige Rolle. Dafür braucht es eine Verbesserung der Standortbedingungen von Bestandsbäumen, die häufig in viel zu kleine Gruben gepflanzt wurden und so ihre „Arbeit“ nicht oder nur unzureichend leisten können.

Regionalität
Langlebig, kreislauffähig und regional: Unsere Guss-Rohrsysteme sind nicht nur nachhaltig in der Produktion des Werkstoffs, sondern auch hinsichtlich Transport, denn sie werden in unseren europäischen Werken produziert. So schaffen wir wichtige Arbeitsplätze für die Region und vermeiden globale Transportwege. Ein nachhaltiger Produktionsprozess bietet aber noch mehr Vorteile: Wir können gewährleisten, dass unsere Ansprüche an eine umweltschonende Produktion gewahrt bleiben und alle Produktionsschritte eigenständig optimiert werden. Wir bauen dabei auf die langjährige Expertise unserer MitarbeiterInnen, die maßgeblich für die hohe Qualität unserer Produkte verantwortlich ist. Duktile Guss-Rohrsysteme, in Europa produziert, stehen daher für mehr als nur eine sichere Trinkwasserversorgung.

Regionalität

Für lokale Partner, wie z. B. der Bauunternehmer vor Ort, sind Verlässlichkeit und Vertrauen Ehrensache.

Kurze Wege
Regionalität bietet den unschätzbaren Vorteil der kurzen Wege – in der Beratung, in der Entscheidungsfindung, in der Zusammenarbeit, aber auch in der Logistik. Globale Preisschwankungen, Lieferschwierigkeiten oder -engpässe gehören daher nicht zu unserem Alltag. Unsere Arbeit und unsere Logistik sind genauso wie unser Produkt: zuverlässig, robust und nachhaltig.

Kurze Wege ermöglichen aber auch einen schnelleren Bestell- und Lieferprozess. KundInnen können im Bedarfsfall rasch und unbürokratisch fehlende Rohre/Formstücke/Armaturen selbst abholen oder bekommen diese zügig geliefert.

Partner mit Weitblick
Es braucht viele Handgriffe, um ein Gussrohr zu produzieren. Genauso braucht es viele engagierte Menschen, um den Boden für eine gute Zukunft zu schaffen. Deshalb zählen wir auf unser Netzwerk an verlässlichen Partnern, die mit uns gemeinsam Guss-Rohrsysteme stärken und ausbauen.

Wer sich mit den richtigen Partnern zusammenschließt, kann lokal agieren und global etwas verändern: EADIPS®/FGR® steht mit all seinen Mitgliedsunternehmen für Nachhaltigkeit, beste Wasserqualität, #reduceplastic, Versorgungssicherheit, regionale Produktion und Ressourcenschonung.

Partner mit Weitblick<br />

Zuverlässige Partner in der Beratung, in der Entscheidungsfindung und in der Zusammenarbeit sind von unschätzbarem Vorteil.

Kommunale Partner

Die Initiative Guter-Grund wird unterstützt von kommunalen Partnern, die sich mit deren Zielen identifizieren. Als erste Partner sind die Stadtgemeinde Hall in Tirol und die Hall AG als Wasserversorgungsunternehmen der Initiative „Guter-Grund“ für Boden- und Wasserschutz beigetreten. Die Partner legen besonderen Wert auf „Kurze Wege“ und den „Kreislauf der Ressourcen“. Durch die Beschaffung lokaler Produkte und das Angebot örtlicher Dienstleistungen leben sie nicht nur vorbildlichen Umweltschutz, sondern garantieren der Bevölkerung eine sichere Wasserversorgung.

Kommunale Partner

Guter-Grund-Partner: Überreichung der Urkunden an die Stadtgemeinde Hall in Tirol und die Hall AG als Wasserversorgungsunternehmen.

Zusammenfassung

Neben dem Krieg in der Ukraine hat uns vor allem die Corona-Pandemie vor Augen geführt, welche Auswirkungen es hat, wenn globale Lieferketten zusammenbrechen. Zusätzlich stellt der European Green Deal sowohl die Wirtschaft als auch die Betreiber von Ver- und Entsorgungsnetzen vor große Herausforderungen, um: bis 2050 keine Netto-Treibhausgase mehr auszustoßen, das Wachstum von der Ressourcennutzung abzukoppeln und niemanden, weder Mensch noch Region, im Stich zu lassen. Die Mitglieder der EADIPS®/FGR® sind sich dessen bewusst und haben frühzeitig die dafür erforderlichen, wesentlichen Aspekte in acht guten Gründen zusammengefasst und darauf aufbauend die Initiative „Der gute Grund – ein guter Grund“ ins Leben gerufen und kommunale Partner als Unterstützer der Initiative gefunden.