Duktile Gussrohre DN 1000 für Kraftwerksleitung im schweizer Bristen

Stolze acht Jahre haben sich die Planungen und Behördenverhandlungen für das Wasserkraftwerk Bristen im Schweizer Kanton Uri hingezogen, in denen der Nutzungs- und Umsetzungsplan erarbeitet wurde. Im Ergebnis wird das Wasserkraftwerk Bristen im Maderanertal mit seiner Druckrohrleitung DN 1000 aus duktilem Gusseisen zu den umweltfreundlichsten in Europa zählen. Im März 2015 war es dann soweit: Das positive Gutachten der Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission lag vor, in dem festgehalten ist, dass das Projekt die Forderungen nach maximal möglicher Umweltschonung erfüllt.

Einbau der Druckrohrleitung war schwierige Aufgabe

Drei Monate später erteilte die Gemeinde Silenen die Baubewilligung. Als bauliche Herausforderung ist neben der Fertigstellung der Wasserfassung auch der Einbau der Druckrohrleitung im oberen Trassenabschnitt bis hin zur Fassung anzusehen, eine topografisch als auch geologisch diffizile Aufgabe. Insgesamt erstreckt sich die Rohrleitungstrasse über 1.800 m durch unwegsames Gelände. Als Rohrmaterial der Wahl setzten die Betreiber auf duktile Gussrohre DN 1000 in schub- und zuggesicherter Ausführung. Geliefert wurden sie vom Schweizer Rohrspezialisten TMH Hagenbucher AG (Zürich).

 

Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit duktiler Gussrohre

Duktile Gussrohre sind für diese Bedingungen optimal geeignet. Das hat nicht nur mit der hohen Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit der Rohre aus Gusseisen zu tun, sondern auch mit der einfachen Art ihres Einbaus. Der Graben wird ausgehoben und das Gussrohr auf der Grabensohle ausgerichtet. Mit Hilfe der Steckmuffenverbindung wird das nächste Rohr längskraftschlüssig montiert und schon kann der Graben wieder verfüllt werden. Die Baustelle bleibt dadurch sehr überschaubar. Ein weiterer Vorteil der duktilen Gussrohre liegt darin, dass sie ohne spezielles Bettungsmaterial im felsigen Untergrund eingebaut werden können.

 

Erfahrungen der Gussrohr-Lieferanten waren gefragt

Wegen der Topografie und des unwegsamen Geländes standen die ausführenden Bau- und Montagefirmen sowie die Rohrlieferanten Duktus (Wetzlar) und TMH Hagenbucher (Zürich) vor einer anspruchsvollen logistischen Aufgabe. Es mussten 50 Passrohrstücke als Sonderrohre kurzfristig auf Maß hergestellt werden, um die Rohrleitung an den Trassenverlauf anpassen zu können. Hier waren die Erfahrungen der Rohrlieferanten und deren technische Ausrüstung für die Bearbeitung duktiler Gussrohre von höchstem Wert.

Der Leitungsbau begann im April 2016. Zuerst mussten die duktilen Gussrohre DN 1000 vom Lagerplatz in Amsteg im Reusstal über eine 3 km lange Bergstraße in das Maderanertal nach Bristen manövriert werden. Von einem Zwischendepot aus transportierte ein Raupenbagger jedes Gussrohr einzeln zum Rohrgraben. Die Kraftwerksleitung wurde gegen die Fließrichtung bergauf gebaut, sodass die Rohre und Formstücke aus duktilem Gusseisen „über Kopf“ montiert wurden. Durch einen Bagger mit Sieblöffel wurde der Rohrgraben auf einer Länge von etwa 6 m ausgehoben, das Gussrohr ausgerichtet und der Graben danach mit dem vorhandenen Aushubmaterial wieder verfüllt.

Dank der funktionierenden Transportkette, der zuverlässigen längskraftschlüssigen Steckmuffen-Verbindung BLS®, die auch unter diesen schwierigen Einbaubedingungen sicher und schnell montiert werden kann, sowie des robusten Außenschutzes der Gussrohre mit einer Zementmörtel- Umhüllung waren die versierten Monteure in der Lage, Tagesleistungen von bis zu 60 m zu erbringen. Die Sonderrohre als Passstücke vor Richtungswechseln wurden im Hagenbucher-Kompetenz-Zentrum in zwei bis drei Arbeitstagen auf Maß hergestellt, zum Einbauort transportiert und eingebaut. Außerdem wurde ein Korrosionsschutzüberzug aus einem Zinkvoranstrich und einer Bitumendeckschicht an den Rohrenden aufgetragen.

Wasserfassung, Gebäude und Kraftwerksleitung

Damit sich das Kraftwerk mit Wasserfassung, 1.800 m Kraftwerksleitung und dem Kraftwerksgebäude harmonisch in die Landschaft einfügt, wurde die Wasserfassung hinter einem Felsen versteckt, das Kraftwerksgebäude als einsehbares Schaukraftwerk mit einem Giebeldach ausgeführt und die Kraftwerksleitung unterirdisch eingebaut. Mit der Abwinkelbarkeit der längskraftschlüssigen BLS®-Steckmuffenverbindungen folgt die Rohrleitung ohne den Einsatz zusätzlicher Formstücke der gebogenen Form der Rohrbrücke. Die Kraftwerksleitung mit 43 Formstücken und 50 Sonderrohren wurde in nur sieben Monaten fertiggestellt.

Autor: Werner Volkart, Rohre und Armaturen TMH Hagenbucher AG

Der Beitrag wurde von der Redaktion gekürzt. Den kompletten Beitag mit diversen Abbildungen finden Sie als PDF im Downloadbereich unter Downloads Jahreshefte EADIPS FGR.